Der ehemalige Herausgeber des Handelsblattes Gabor Steingart spricht mit dem Staatsrechtler Udo di Fabio über das Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland. Er nennt das Interview „Die Schönheit der Ambivalenz“.

Ich finde es ganz großartig, sich in gerade in der heutigen VUCA-Welt auf diese Verfassung zu besinnen. Als wenn die Väter des Grundgesetzes die heutige Zeit vorausgeahnt hätten, scheint die deutsche Verfassung auch fast 70 Jahre nach ihrer Gründung wie gemacht dafür. Ganz offensichtlich liegt die Mehrdeutigkeit (das A in VUCA) in deren Genen, ohne die Absicht, der Unsicherheit (das in U in VUCA) zu begegnen und den Deutschen einen Rahmen der Handlungsspielräume zu geben.

„Gerade in Zeiten der Polarisierung lohnt die Beschäftigung mit der Verfassung, da sie uns dazu anhält, Widersprüche auszuhalten.“ schreibt Steingart und führt weiter aus: „Über die Schönheit der Ambivalenz habe ich mit dem Staatsrechtler und ehemaligen Richter am Bundesverfassungsgericht Udo Di Fabio gesprochen. Er empfiehlt uns, die politische Kontroverse mit Leidenschaft zu führen und dabei die Humanität niemals zu suspendieren: ,Wir treten den Ball, nicht den Mann.‘“

Was für ein guter Grund, sich das Bundes das Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland aktuell noch einmal gründlich durchzulesen!

Und so brauchen wir auch und gerade in der heutigen und der zukünftigen Arbeitswelt Menschen, die mit Ambivalenz gut umgehen können. Diese ist die nötige Fähigkeit von Mitarbeitern, um die Wertschöpfung der Gegenwart und Zukunft meistern zu können.
Quelle:„Die Schönheit der Ambivalenz“