„Ich mach´ mir die Welt, wie sie mir gefällt“ singt Pipi Langstrumpf:

Und ja, dem kann ich derzeit viel abgewinnen und versuche auch genau das zu tun. Denn man muss schon gut drauf sein, um aktuell mit einem Lächeln durch die Welt zu gehen. Die Medien berichten seit je her nur über das Schlechte und Katastrophale in der Welt, aber mittlerweile hat das ein nicht mehr zu überblickendes Ausmaß angenommen. Wenn der berühmte Sack Reis in China umgefallen ist, berichtet meine lokale Dorfzeitung darüber. Nichts scheint mehr positiv oder erfreulich zu sein. Dazu gesellen sich selbst ernannte superschlaue Verschwörungstheoretiker und prognostizieren für 2020 irgendetwas zwischen Weltuntergang und Bankencrash. Für die Meisten ist es unmöglich, den Wahrheitsgehalt in den Pressemeldungen und Wissenschaftsinformationen zu finden. Und nun steht noch der Monat November vor der Tür – der Monat, in dem die Tage in unseren Breitengraden drastisch kürzer und dunkler werden, die Farben aus der Natur verschwinden, der Tod bedeutsamer als das Leben scheint.

Natürlich soll man die Situation auf unserem Planeten nicht ignorieren, aber es hilft auch nichts und niemandem, deprimiert und missgestimmt durchs Leben zu gehen? Es gibt die Klassiker, wie z. B. regelmäßig Sport an der frischen Luft zu machen, sich gesund ernähren, selbst auf die Straße gehen und demonstrieren, keinen SUV fahren und kein Fleisch mehr essen, usw. Jeden Morgen vorm Spiegel ein Lächeln simulieren, soll die Stimmung verbessern, da dem Gehirn so signalisiert wird „Alles in Ordnung“ und es Glückshormone ausschüttet. Alles richtig, aber gegen Weltuntergangsmeldungen und November-Blues hilft das nicht.

Eine Option wäre der Winterschlaf, den wir Menschen ja durchaus auch in der Lage sind, durchzuhalten. (Einfach mal danach googlen…..) Der Vorteil wäre, dass man vermutlich rank und schlank erwacht, aber leider auch dumm, da die Gehirnfunktionen nachlassen – also für einen interessierten und wissbegierigen Menschen keine Option. Drogen, Alkohol und Stimmungsaufheller sind auch keine empfehlenswerten Lösungen.
Also warum nicht Pipi Langstrumpf folgen und sich die eigene kleine Welt so gestalten, wie sie gefällt? Oder etwas anders formuliert – darauf achten, dass es den Menschen in der eigenen Umgebung möglichst gut geht: sich Zeit nehmen, den Nachbarn mit ihren Sorgen und Freuden zuhören, die Freiwillige Feuerwehr und/oder eine gemeinnützige Organisation in der Nähe unterstützen, Marmelade kochen und verschenken, anderen mit der Behördenpost helfen, dem Nachbarsjungen sein Lieblingsgericht kochen, usw. Und was immer wieder ein kleines Wunder bewirkt – einfach mal fremden Menschen auf der Straße ein Lächeln schenken. Alles Kleinigkeiten, nichts weltbewegendes, aber – so meine Erfahrung – es lebt sich auch in der grauen Jahreszeit erfreulicher, wenn man die eigene kleine Welt ein klein wenig freundlicher und glücklicher macht. Das wusste auch schon der Schornsteinfeger im Oskar prämierten Lied aus Mary Poppins:

„Das Glück, das färbt ab, drückt uns einer die Hand.“
Was wie eine Leiter, mit der man aus einem dunklen Loch ans Licht klettert, gegen die graue Stimmung im November hilft: Einfach mal gemeinsam mit Balou aus dem Dschungelbuch singen:

„Probier’s mal mit Gemütlichkeit, mit Ruhe und Gemütlichkeit.“
Der sieht das schon sehr richtig. Mit Ruhe und Gemütlichkeit oder Gelassenheit lassen sich Dinge besser einordnen, die Gedanken werden klarer und die Hürden niedriger. Dem grauen November kann man tatsächlich eine gute Seite abgewinnen. Man kann ihn ganz bewusst dazu nutzen, zur Ruhe zu kommen, bei einer Tasse Tee oder einem Glas Rotwein die Gedanken schweifen zu lassen und so auf neue Ideen zu kommen. Für die eine und andere komplizierte Fragestellung findet sich auf diese Art eine gute Antwort. So kann aus dem grauen November ein guter Monat werden:
„Denn mit Gemütlichkeit kommt auch das Glück zu Dir.“

Über die Autorin:

Janetta Cordier ist mit Leib und Seele, Herz und Verstand Personalerin. Ihr Praxiswissen beruht auf langjähriger Erfahrung in der KMU- und Konzernwelt. Ihre Stärke und ihr Erfolgsrezept beruhen auf scharfer Analyse der jeweiligen Unternehmenssituation und der Übersetzung der Ergebnisse in operative Handlungen.